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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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BLUTDRUCKMESSUNG
©
Blutdruckmessung
-
Wie
hoch darf der Blutdruck sein?
♥
Kleiner
als
140/85: Gute Einstellung, bei verdickter Herzmuskelwand kann ein niedrigerer
Druck sinnvoll sein.
♥
140/85-160/95:
Grenzwert- Bluthochdruck,
engmaschige Kontrollen notwendig, in Abhängigkeit von der Gesamtsituation kann
eine Behandlung erforderlich sein.
♥
Größer
160/95: manifester Bluthochdruck, Folgekrankheiten sind wahrscheinlich.
Blutdruckmessung -
Wie
entsteht der Blutdruck?
Unsere Blutgefäße teilen sich in Arterien und Venen auf. Die Arterien
transportieren das Blut – und damit auch Sauerstoff und Nährstoffe – zu den
Geweben. Die Venen sind für den Rücktransport zuständig. In den Venen
herrscht nur ein geringer Druck von einigen Millimetern Quecksilbersäule
(mmHg). Die Arterien weisen jedoch einen Druck von normalerweise bis zu 120 mmHg
auf, bei Bluthochdruck auch bis zu 200 und mehr. Bei extremen körperlichen
Belastungen (z.B. Sprung ins kalte Tauchbecken nach der Sauna, Gewichtheben,
Pressen bei
Verstopfung) können bei der
Blutdruckmessung kurzfristig auch Werte von über 250 bis 300 mmHg
gemessen werden.
Druck
in den Arterien wird immer noch in mmHg, das heißt "Millimeter
Quecksilbersäule" gemessen. Ursprünglich hatten die
Systeme bei der Blutdruckmessung
tatsächlich einmal eine Quecksilbersäule, deren Höhe mit dem Blutdruck
verglichen wurde. Hört der Arzt mit dem Stethoskop keine Blutströmungsgeräusche
mehr, so ist das Gefäß vollständig verschlossen. Wird der Druck im Messgerät
dann langsam abgelassen, so entspricht der Wert beim ersten hörbaren Geräusch
dem systolischen Blutdruck. Dies ist der Druck, mit dem das Herz das Blut in die
Hauptschlagader pumpt. Wird bei der
Blutdruckmessung der Druck im Gerät weiter verringert, so ist der zweite
Blutdruckwert oder der diastolische Blutdruck, dann erreicht, wenn das Blut
ungehindert fließen kann. Dies ist der Fall, wenn die Blutdruckmanschette
weniger Druck entfaltet als der Gefäßwiderstand ihr entgegensetzt.
Theoretisch könnte der Blutdruck auch mit einer Wassersäule verglichen werden.
Da die Geräte zur Blutdruckmessung
dann aber sehr unhandlich wären, hat man sich für das Quecksilber mit seinem
spezifischen Gewicht von etwa 13 kg/Liter entschieden. Zur besseren
Veranschaulichung wollen wir aber einmal so tun, als wenn es Blutdruckgeräte
mit einer Wassersäule gäbe. Ein normaler Blutdruck von systolisch120 mmHg
entspräche dann einer Wassersäule von systolisch über 1,50 m. Bei einem hohen
Blutdruck von 200 mmHg wären dies sogar über 2,50 m. Würde man eine Arterie
mit einem solchen Blutdruck anstechen, so würde das Blut über zweieinhalb
Meter in die Höhe spritzen! Dies zeigt, mit welchem enormen Druck das Blut stoßweise
in die Arterien gepumpt wird.
Da dies im Durchschnitt etwa 100.000mal am Tag erfolgt - und das ein Leben lang
- kann sich jeder leicht vorstellen, welche immensen mechanischen Kräfte die
Arterien ständig bewältigen müssen. Wir wissen heute, dass der Prozess der
Arteriosklerose, der so genannten Gefäßverkalkung häufig mit Mini-Verletzungen
der Gefäßinnenwand beginnt. Diese werden durch hohen Blutdruck begünstigt.
Die Ablagerung von
Cholesterin, Fetten, Eiweiß und zum Schluss auch Kalk stellt
letztlich einen vergeblichen Heilungsvorgang solcher Verletzungen dar.
Am
genauesten ist die automatische Langzeit-
Blutdruckmessung über 24 Stunden, die heute als Goldstandard in der
Beurteilung des Blutdruckes gilt. Hierbei erfolgt
die Blutdruckmessung in 1/4 bis 1/2 stündlichen Abständen (nachts etwas
seltener) automatisch und der Wert wird
gespeichert. Da Sie begleitend ein Protokoll führen müssen, kann der Arzt sehr
gut erkennen,
♥
wie hoch der durchschnittliche Wert
aller
Blutdruckmessung
en
liegt (unter 135/85 mmHg
ist gut)
♥
ob es nachts zu einer Absenkung kommt
(der Blutdruck sollte nachts um 10 bis 15 %
absinken)
♥
ob Sie bei bestimmten Belastungen (z. B.
Bergaufgehen oder psychische Belastungen)
mit Blutdruckanstiegen reagieren
♥
wie gut gegebenenfalls
Medikamente
ansprechen.
Eine solche Langzeit-Blutdruckmessung sollte natürlich nicht am Wochenende oder im Urlaub,
sondern an einem ganz normalen Arbeitstag getragen werden. Ist der Blutdruck während
der Arbeitszeit besonders hoch oder wenn Sie mit dem Chef oder dem Ehepartner
einen Disput haben, dann liegt vermutlich eine
stressbedingte so genannte
Arbeitsplatzhypertonie vor.
Blutdruckmessung -
Selbstmessung
ist unverzichtbar
Als
sehr wertvolles Instrument zur Steuerung der Therapie hat sich die eigene
Blutdruckmessung erwiesen.
Während vor einigen Jahrzehnten dieses einfache und preiswerte Verfahren von
konservativen Medizinern schlichtweg abgelehnt wurde ("Das kann der Patient
doch gar nicht!"), ist die Blutdruckselbstkontrolle heute gar nicht mehr
aus der Diagnostik wegzudenken. Untersuchungen haben ergeben, dass Patienten,
die eine
eigene Blutdruckmessung durchführen, meist eine wesentlich bessere
Einstellung der Werte und weniger Folgekrankheiten aufweisen. Wie auch bei der
Blutzuckerselbstmessung zeigte sich, dass die Übernahme von Verantwortung durch
den Patienten in der Regel größere Vorteile und geringere Risiken bedeutete.
Wichtig
ist, dass die
Blutdruckmessung korrekt vorgenommen
wird: Das heißt wirklich unter Ruhebedingungen und nach Anweisung der
Geräteanleitung. Hier werden nicht selten massive Fehler gemacht. Die
Blutdruckmanschette sollte sich immer in Herzhöhe (etwa Höhe des Brustbeines)
befinden. Ist die Manschette 13 cm tiefer, so messen Sie einen um 10 mmHg zu
hohen Blutdruck) bei angehobenem Arm kann umgekehrt der Blutdruck entsprechend
falsch zu tief gemessen werden.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Geräten auf dem Markt. Traditionell
erfolgt die Blutdruckmessung an
der Armarterie in der Ellenbeuge, inzwischen haben aber auch Geräte, die am
Handgelenk angelegt werden, einige Marktanteile erobert. Die Blutdruckmessung mit diesen Geräten
soll immer noch ungenauer
als die Messungen der Ellenbeuge sein. Dafür sind sie einfacher in der
Handhabung. Der Patient misst daher öfter mit ihnen.
so....
oder lieber so....?

Ein Patentrezept kann ich Ihnen leider nicht geben. Wichtig ist aber, dass Sie
mehrere Geräte zur Blutdruckmessung
ausprobieren sollten. Am besten sollten Sie parallel mit der Arzthelferin und
deren geeichtem Standardgerät messen. Kommen Sie dabei mit Ihrem Gerät zu
vergleichbaren Ergebnissen und ist das Gerät für Sie persönlich
bedienungsfreundlich, dann haben Sie die richtige Wahl getroffen. Viele Geräte
zeichnen sich heute durch einen überflüssigen High-Tech-Schnickschnack aus,
der die Handhabung nicht selten erschwert, von Ihnen teuer bezahlt werden muss
und meist keine Vorteile bringt. Für den Technikfreak kann das Abspeichern der
letzten dreißig Messwerte und deren graphische Darstellung natürlich schon
interessant sein.
Wie
oft sollte die
Blutdruckmessung erfolgen?
Das
kommt darauf an. Ist der Blutdruck bei Ihnen sehr stabil, reicht
vielleicht eine gelegentliche Blutdruckmessung von zwei-
bis dreimal in der Woche zu verschiedenen Tageszeiten aus. Ist der Blutdruck
hingegen sehr schwankend, ist der Bluthochdruck gerade erst entdeckt worden oder
werden Sie vielleicht auf ein neues
Medikament eingestellt, dann kann es sogar
sinnvoll sein, die
Blutdruckmessung anfänglich mehrmals täglich zu verschiedenen
Gelegenheiten durchzuführen
- etwa direkt nach dem Aufstehen, gegebenenfalls eine Stunde nach der
Medikamenteneinnahme, nach einer körperlichen oder seelischen Belastung sowie
nach dem Essen, damit Sie ein Gespür dafür bekommen, welche Einflüsse Ihren
Blutdruck in welche Richtung beeinflussen.
©
Dr. med. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin
(Univ. Mailand).

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Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Naturarzt".
Wir danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.
www.naturarzt-access.de
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Aktualisiert: Juni
2010
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