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BLUTDRUCKMESSUNG ©

Blutdruckmessung - Wie hoch darf der Blutdruck sein?

♥    Kleiner als 140/85: Gute Einstellung, bei verdickter Herzmuskelwand kann ein niedrigerer Druck sinnvoll sein.

♥    140/85-160/95: Grenzwert- Bluthochdruck, engmaschige Kontrollen notwendig, in    Abhängigkeit von der Gesamtsituation kann eine Behandlung erforderlich sein.

♥    Größer 160/95: manifester Bluthochdruck, Folgekrankheiten sind wahrscheinlich.

Blutdruckmessung - Wie entsteht der Blutdruck?

Unsere Blutgefäße teilen sich in Arterien und Venen auf. Die Arterien transportieren das Blut – und damit auch Sauerstoff und Nährstoffe – zu den Geweben. Die Venen sind für den Rücktransport zuständig. In den Venen herrscht nur ein geringer Druck von einigen Millimetern Quecksilbersäule (mmHg). Die Arterien weisen jedoch einen Druck von normalerweise bis zu 120 mmHg auf, bei Bluthochdruck auch bis zu 200 und mehr. Bei extremen körperlichen Belastungen (z.B. Sprung ins kalte Tauchbecken nach der Sauna, Gewichtheben, Pressen bei Verstopfung) können bei der Blutdruckmessung kurzfristig auch Werte von über 250 bis 300 mmHg gemessen werden.

Druck in den Arterien wird immer noch in mmHg, das heißt "Millimeter Quecksilbersäule" gemessen. Ursprünglich hatten die Systeme bei der Blutdruckmessung tatsächlich einmal eine Quecksilbersäule, deren Höhe mit dem Blutdruck verglichen wurde. Hört der Arzt mit dem Stethoskop keine Blutströmungsgeräusche mehr, so ist das Gefäß vollständig verschlossen. Wird der Druck im Messgerät dann langsam abgelassen, so entspricht der Wert beim ersten hörbaren Geräusch dem systolischen Blutdruck. Dies ist der Druck, mit dem das Herz das Blut in die Hauptschlagader pumpt. Wird bei der Blutdruckmessung der Druck im Gerät weiter verringert, so ist der zweite Blutdruckwert oder der diastolische Blutdruck, dann erreicht, wenn das Blut ungehindert fließen kann. Dies ist der Fall, wenn die Blutdruckmanschette weniger Druck entfaltet als der Gefäßwiderstand ihr entgegensetzt.

Theoretisch könnte der Blutdruck auch mit einer Wassersäule verglichen werden. Da die Geräte zur Blutdruckmessung dann aber sehr unhandlich wären, hat man sich für das Quecksilber mit seinem spezifischen Gewicht von etwa 13 kg/Liter entschieden. Zur besseren Veranschaulichung wollen wir aber einmal so tun, als wenn es Blutdruckgeräte mit einer Wassersäule gäbe. Ein normaler Blutdruck von systolisch120 mmHg entspräche dann einer Wassersäule von systolisch über 1,50 m. Bei einem hohen Blutdruck von 200 mmHg wären dies sogar über 2,50 m. Würde man eine Arterie mit einem solchen Blutdruck anstechen, so würde das Blut über zweieinhalb Meter in die Höhe spritzen! Dies zeigt, mit welchem enormen Druck das Blut stoßweise in die Arterien gepumpt wird.

Da dies im Durchschnitt etwa 100.000mal am Tag erfolgt - und das ein Leben lang - kann sich jeder leicht vorstellen, welche immensen mechanischen Kräfte die Arterien ständig bewältigen müssen. Wir wissen heute, dass der Prozess der
Arteriosklerose, der so genannten Gefäßverkalkung häufig mit Mini-Verletzungen der Gefäßinnenwand beginnt. Diese werden durch hohen Blutdruck begünstigt. Die Ablagerung von Cholesterin, Fetten, Eiweiß und zum Schluss auch Kalk stellt letztlich einen vergeblichen Heilungsvorgang solcher Verletzungen dar. 

Am genauesten ist die automatische Langzeit- Blutdruckmessung über 24 Stunden, die heute als Goldstandard in der Beurteilung des Blutdruckes gilt. Hierbei erfolgt die Blutdruckmessung in 1/4 bis 1/2 stündlichen Abständen (nachts etwas seltener) automatisch und der Wert wird gespeichert. Da Sie begleitend ein Protokoll führen müssen, kann der Arzt sehr gut erkennen,

♥    wie hoch der durchschnittliche Wert aller Blutdruckmessung en liegt (unter 135/85 mmHg
       ist gut)

♥   
ob es nachts zu einer Absenkung kommt (der Blutdruck sollte nachts um 10 bis 15 %
       absinken)

♥   
ob Sie bei bestimmten Belastungen (z. B. Bergaufgehen oder psychische Belastungen)
       mit Blutdruckanstiegen reagieren
♥    wie gut gegebenenfalls Medikamente ansprechen.

Eine solche Langzeit-Blutdruckmessung sollte natürlich nicht am Wochenende oder im Urlaub, sondern an einem ganz normalen Arbeitstag getragen werden. Ist der Blutdruck während der Arbeitszeit besonders hoch oder wenn Sie mit dem Chef oder dem Ehepartner einen Disput haben, dann liegt vermutlich eine stressbedingte so genannte Arbeitsplatzhypertonie vor. 

Blutdruckmessung - Selbstmessung ist unverzichtbar

Als sehr wertvolles Instrument zur Steuerung der Therapie hat sich die eigene Blutdruckmessung erwiesen. Während vor einigen Jahrzehnten dieses einfache und preiswerte Verfahren von konservativen Medizinern schlichtweg abgelehnt wurde ("Das kann der Patient doch gar nicht!"), ist die Blutdruckselbstkontrolle heute gar nicht mehr aus der Diagnostik wegzudenken. Untersuchungen haben ergeben, dass Patienten, die eine eigene Blutdruckmessung durchführen, meist eine wesentlich bessere Einstellung der Werte und weniger Folgekrankheiten aufweisen. Wie auch bei der Blutzuckerselbstmessung zeigte sich, dass die Übernahme von Verantwortung durch den Patienten in der Regel größere Vorteile und geringere Risiken bedeutete.

Wichtig ist, dass die Blutdruckmessung korrekt vorgenommen wird: Das heißt wirklich unter Ruhebedingungen und nach Anweisung der Geräteanleitung. Hier werden nicht selten massive Fehler gemacht. Die Blutdruckmanschette sollte sich immer in Herzhöhe (etwa Höhe des Brustbeines) befinden. Ist die Manschette 13 cm tiefer, so messen Sie einen um 10 mmHg zu hohen Blutdruck) bei angehobenem Arm kann umgekehrt der Blutdruck entsprechend falsch zu tief gemessen werden.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Geräten auf dem Markt. Traditionell erfolgt die Blutdruckmessung an der Armarterie in der Ellenbeuge, inzwischen haben aber auch Geräte, die am Handgelenk angelegt werden, einige Marktanteile erobert. Die Blutdruckmessung mit diesen Geräten soll immer noch ungenauer als die Messungen der Ellenbeuge sein. Dafür sind sie einfacher in der Handhabung. Der Patient misst daher öfter mit ihnen.

    so.... SANOQUELL Blutdruckmessgerät 200     oder lieber so....?    Schmuckbild Test Blutdruckmessgeräte

Ein Patentrezept kann ich Ihnen leider nicht geben. Wichtig ist aber, dass Sie mehrere Geräte zur Blutdruckmessung ausprobieren sollten. Am besten sollten Sie parallel mit der Arzthelferin und deren geeichtem Standardgerät messen. Kommen Sie dabei mit Ihrem Gerät zu vergleichbaren Ergebnissen und ist das Gerät für Sie persönlich bedienungsfreundlich, dann haben Sie die richtige Wahl getroffen. Viele Geräte zeichnen sich heute durch einen überflüssigen High-Tech-Schnickschnack aus, der die Handhabung nicht selten erschwert, von Ihnen teuer bezahlt werden muss und meist keine Vorteile bringt. Für den Technikfreak kann das Abspeichern der letzten dreißig Messwerte und deren graphische Darstellung natürlich schon interessant sein.

Wie oft sollte die Blutdruckmessung erfolgen?

Das kommt darauf an. Ist der Blutdruck bei Ihnen sehr stabil, reicht vielleicht eine gelegentliche Blutdruckmessung von zwei- bis dreimal in der Woche zu verschiedenen Tageszeiten aus. Ist der Blutdruck hingegen sehr schwankend, ist der Bluthochdruck gerade erst entdeckt worden oder werden Sie vielleicht auf ein neues Medikament eingestellt, dann kann es sogar sinnvoll sein, die Blutdruckmessung anfänglich mehrmals täglich zu verschiedenen Gelegenheiten durchzuführen - etwa direkt nach dem Aufstehen, gegebenenfalls eine Stunde nach der Medikamenteneinnahme, nach einer körperlichen oder seelischen Belastung sowie nach dem Essen, damit Sie ein Gespür dafür bekommen, welche Einflüsse Ihren Blutdruck in welche Richtung beeinflussen.

 © Dr. med. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen (dazu Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie) können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

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Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Naturarzt". Wir danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck. www.naturarzt-access.de

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Aktualisiert: Juni 2010

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